Letztens traf ich eine liebe Freundin, die ich schon lange nicht gesehen hatte. Sie ist, so wie ich, selbständig und erfreut sich an den positiven Seiten ebenso, wie sie an den negativen leidet. Eines macht ihr aktuell besonders zu schaffen: Existenzangst.

Während ich ihr zuhörte, kamen in mir all die Erinnerungen hoch, als ich bis zum Haaransatz in dieser Emotion steckte, und ich überlegte, was ich damals machte, um aus diesem Scheißgefühl wieder rauszukommen.

Ich versprach ihr, darüber einen Beitrag zu schreiben.

 

Liebe S., hier ist er.

Existenzangst ist eine jener Urängste, die ich ausgiebig und immer wieder mal erleben durfte. Mitte des Monats nicht zu wissen, wie man zwei Wochen später die Miete bezahlen soll, liegt schwer auf der Seele und im Magen.

Mein Verstand spielte verrückt und war extrem kreativ im Entwerfen von destruktiven Szenarien, drehte sich ständig um das Thema Versagen. Immer und immer wieder, rasend schnell. Gleichzeitig war ich wie gelähmt, handlungsunfähig. Ich saß meistens im Büro und überlegte mit dem winzigen Rest meiner Denkfähigkeit, was ich noch tun könnte. Doch es war mir unmöglich, auch nur einen Finger sinnvoll zu bewegen.

Ich schlug emotional auf dem Boden auf, fühlte diese unendliche Traurigkeit in mir und hatte einmal mehr das Gefühl, dass mir alles, was mir lieb war, genommen wurde.

Der Selbstwert fiel unter die Nullmarke, mich selbst zu lieben war unmöglich. Zweifel an mir, an meinen Plänen und Fähigkeiten, waren allgegenwärtig. Das Vertrauen ins Leben zerbröselte an dieser scheinbar unüberwindbaren Angst.

 

Was habe ich getan, um da wieder raus zu kommen? Was würde ich dir raten?

 

1.) Erkenne, DU KANNST es ändern!

Ängste sind Gefühle, keine Realitäten. Gefühle sind die Folge meiner Gedanken und die kann ich steuern. Die Herausforderung besteht darin, den Kopf soweit klar zu bekommen, dass geordnete und kontrollierte Gedanken wieder möglich sind. Der erste Schritt aus jeder Angst heraus war für mich die Selbstermächtigung: ICH KANN es ändern. Diese Ermächtigung brauchte mein Verstand und es war wichtig, mir das selbst laut zu sagen, sodaß meine Ohren es hören konnten.

 

2.) Wenn du mental und seelisch gelähmt bist, BEWEGE deinen KÖRPER!

Die erste Veränderung war, meinen Luxuskörper raus aus dem Büro und rauf auf den Berg zu schaffen. Angst ist eine unglaublich große Energie, die sinnlos in mir kreist und meinen Körper mit verschiedenen Hormonen (darunter Adrenalin) zuschüttet. Das Beste ist dann, diese Energie in Bewegung umzusetzen und das Adrenalin abzubauen.

Manchmal bin ich förmlich raufgerannt, kam hechelnd und erschöpft oben an und bemerkte, dass mit der körperlichen Leere auch eine geistige Leere einherging. Das war der Moment, in dem ich mental zehn Schritte zurücktreten und einen anderen Blickwinkel auf mein Leben einnehmen konnte. Frische Luft wirkt manchmal Wunder und da war es mir auch egal, ob die Sonne schien oder der Regen waagerecht daherkam.

 

3.) Sei DANKBAR!

Als ich da oben auf dem Berg saß und langsam wieder Herr meiner Gedanken wurde, war ich erst einmal dankbar. Dankbar für meinen Körper, der es mir gestattete, zu laufen, dankbar für den Berg, der mir die Gelegenheit gab, diese Energie freizusetzen. Aber auch dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung der Angst machen durfte und dass ich diese harte Lektion des Lebens erleben durfte. Dankbarkeit verändert alles. Sie erlöst die tiefe Traurigkeit in der Seele und bringt das Vertrauen in das Leben ein stückweit zurück. Sie wandelt das Gefühl, vom Leben betrogen und bestohlen worden zu sein in die Erkenntnis um, einfach nur einen wesentlichen Punkt noch nicht verstanden zu haben. Und damit kann man leben. Denn damit bist du wieder in der Kraft und Position, etwas tun zu können. Dankbarkeit ist der Schlüssel, um vom Opfer wieder zum Schöpfer zu werden.

 

4.) Nimm die HERAUSFORDERUNG MIT FREUDE an!

Erfolg ist vor allem eine innere Einstellung, die sehr mit Freude zu tun hat. Sobald ich mich in dem Bemühen verkrampfte, erfolgreich zu sein, trat genau das Gegenteil ein. Die sehr reale Tatsache, dass nicht genug Geld hereinkam, um das Leben angenehm zu gestalten, hatte unmittelbar einen fatalen Glaubenssatz zur Folge, der da lautete: Ich will erfolgreich sein.

Fatal deswegen, weil darin immanent ist, dass ich nicht erfolgreich BIN. Gewollt habe ich zu jeder Zeit. Nur, ich war es nicht. Besser ist: ICH BIN ERFOLGREICH.

Aber sobald ich mir das sagte, kam sofort der Kopf und machte mich darauf aufmerksam, dass das nicht stimmte. Vergiss das! Ignorier das!

Wenn du die Einstellung nicht hast, dass du JETZT schon erfolgreich bist, wirst du immer nur erfolgreich sein WOLLEN. In dem Gefühl, erfolgreich zu sein, liegt Gelassenheit und Leichtigkeit. Probleme werden mit dieser Einstellung zu Herausforderungen und du wirst feststellen, dass sich auf einmal Türen öffnen, wo du vorher keine gesehen hast.

 

5.) Mach einen Plan B!

Sobald ich den Gedanken aufgab, in meinem Business erfolgreich sein zu müssen, kam Leichtigkeit hinein. Und dafür brauchte ich einen Plan B (siehe meinen Beitrag dazu).

Ich überlegte mir ganz konkret, wovon ich leben könnte, wenn die Saat nicht aufgehen würde. Und ich tat einen Schritt in diese Richtung, las die Stellenanzeigen in der Zeitung durch, sondierte den Arbeitsmarkt und stellte mich darauf ein, auch eine Zeit lang einen Job auszuüben, der nicht so ganz meiner Vorstellung entsprach. Ich machte mir klar, dass ich damit nicht allein bin und das auch nicht das Ende meiner Berufung darstellt.

Und es hieß auch nicht, zu scheitern. Alles kommt zur rechten Zeit. Wenn du dein Feld bestellst, weißt du auch, dass es eine Zeit der Saat und eine Zeit der Ernte gibt. Du würdest nie auf den Gedanken kommen, in tiefe Trauer zu verfallen, weil dein Weizen im Frühjahr noch nicht reif ist.

 

6.) Geh hin und genieße das Leben!

Wenn das alles erledigt ist, frage dich selbst, was du tun könntest, um das Leben JETZT zu genießen. Du hast in dir und auch im Außen alle notwendigen Schritte gesetzt, um deine Situation zu verändern, dann gib diesen veränderten Einstellungen auch Zeit, zu wachsen und sich zu zeigen! Genieße das Leben, besuche Freunde, geh raus in die Natur, lese ein Buch, male ein Bild, mach irgendetwas, worin du deine Gefühle zum Ausdruck bringen kannst. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind kostenlos. Lenke deine Aufmerksamkeit genau dort hin und versuch, die Fülle in dir zu spüren! Dein Kopf wird sicher wieder aufschreien, dir sagen, dass du ja was tun MUSST, um zu überleben. Sag ihm, dass das schon passiert ist und achte darauf, dass du im richtigen Modus ist. Wenn dein Herz weiß, dass alles gut ist, wird irgendwann auch dein Kopf ruhiger werden.

 

Veränderung im Innen bringt IMMER auch Veränderung im Außen mit sich.

Beobachte, wie sich die Dinge entwickeln und du wirst überrascht sein, welche Türen sich öffnen, welche Gelegenheiten sich ergeben!

Und denke immer daran, Angst ist eine Entscheidung. DEINE Entscheidung.

Alles Liebe,

Wolfgang

 

Was du in dir trägst, kommt auch im Außen zu dir. Die Schwierigkeit liegt darin, die Fülle in dir zu spüren, wenn sie sich im Außen nicht zeigt.

Diese Musik hilft dir, in dieses Gefühl zu gehen. Fülle ist ein bißchen wie nach Hause kommen, sie ist einfach, wie die Liebe. Hör dir diesen Titel an und spür in dich rein!

Dies ist mein Geschenk für dich.

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