Wenn du, wie ich, viele Stunden am Tag vor dem PC sitzt und deine Hände in einer unnatürlich ausgedrehten Position auf der Tastatur hältst, hast du dir vielleicht auch schon die dazu passende schlechte Haltung angewöhnt. Runder Rücken, zu wenig Bewegung, Schmerzen. Also lässt du dich massieren. Fachgerecht.

Nicht, dass man meinen könnte, Grausamkeit stecke dahinter, aber das, was ich da oft bei meiner Masseurin erlebe, grenzt daran. Meine Liebste würde mir jetzt laut widersprechen, denn sie hat definitiv ein anderes Schmerzempfinden als ich. Sie genießt den heilsamen Aspekt dabei. Mir fällt das, zugegeben, sehr schwer.

MasseurInnen haben den Röntgenblick. Das macht die Sache nicht leichter. Mit höchster Präzision und unter Einsatz ihres halben Körpergewichts stemmt sie ihre Finger maximal schmerzbringend auf genau jene Stellen, die hart wie Beton seit Tagen jede unbedachte Bewegung bitter rächen. Diese fühlen sich in ihrer Aufgabe gestört und melden Alarm ins Gehirn. Und dann sagt sie: „Schön reinatmen, und rausatmen“.

Können vor Lachen. Das ist der Moment, wo … Naja.

Wo sie recht hat, hat sie recht. Atmen hilft. Und das ist gut so, denn wenn du den Schmerz loswerden willst, musst du durch ihn durch. Du kennst das.

Genau das selbe spielt sich auch bei seelischen Verspannungen ab. Erst sind sie noch klein und unscheinbar, dann wachsen sie und schränken deine geistige Beweglichkeit ein. Du bist nicht mehr wertfrei und offen, sondern voreingenommen und mit einem wunderbaren Filter versehen. Ein Filter, der dir genau das präsentiert, was du dir erwartest. Drama.

Wenn es ein Muskel wäre, der sich da verspannt hätte, was würdest du machen? Finger drauf und feste drücken. Genau das selbe funktioniert auch bei den Verspannungen in deiner Seele. Du musst durch sie hindurchgehen, um sie aufzulösen. Du musst dich dem Schmerz stellen und ihn ansehen. Und ausatmen. Die Entspannung kommt nach dem Atmen.

Wenn du, wie ich, so etwas schon öfter gemacht hast, weil du wiederholt erfahren hast, dass es funktioniert, wirst du Übung darin bekommen. Du wirst mehr und mehr dahinterkommen, wie du tickst und welche Methode am besten für dich funktioniert.

Aber echt jetzt: Jeder einzelne Schritt ist es wert. Kennst du das Gefühl, wenn du wieder schmerzfrei geradestehen und deinen Kopf bewegen kannst? Wie gut sich dann das Leben wieder anspürt? Genau so fühlt es sich an, wenn du deine emotionalen Verspannungen losgeworden bist.

Es gibt sicher viele Methoden, wie du deine Gefühlsknoten wegmachen kannst, für mich funktioniert folgende Visualisierungstechnik am besten:

Ich stelle mir eine Situation vor, die den Schmerz gut triggert und geh so richtig rein. So, dass ich merke, wie mein Körper auf den Stress reagiert. Dann stelle ich mir bei geschlossenen Augen vor, in einer dunklen Wolke aus purem Schmerz zu stehen.

Dann visualisiere ich Licht, das aus mir herausstrahlt (alternativ darf es auch von oben kommen) und langsam diese Wolke auflöst, wie die Sonne den Nebel. Bis ich unter einem strahlend blauen Himmel stehe.

Das ist ein Klassiker, den ich schon vor vielen Jahren irgendwo aufgeschnappt habe, nicht meine Erfindung also. Aber wirksam!

Und das war’s auch schon für heute mit den Verspannungen.

Immer schön dran denken: Einatmen, ausatmen. Wer länger atmet, hat mehr vom Leben.

 

Alles Liebe,

Wolfgang

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