Heute will ich mal in die Vollen gehen, vielleicht ein guter Zeitpunkt, so kurz vor dem Wochenende. Denn heute will ich dich anregen, achtsam zu sein und einen ganz bestimmten Punkt in dir auszuloten.

Kurz zur Vorgeschichte:

 

In den vielen Gesprächen mit anderen „Ausgebrannten“ tauchte immer wieder ein Bild auf, das ganz wunderbar prägnant ein wichtiges und oft erlebtes Dilemma beschreibt. 

Dieses Bild bezieht sich nicht auf ein bestimmtes Thema. Sondern eher auf einen Standpunkt. Einmal verinnerlicht, erzeugt es Stress in dir, setzt dich unter Druck und in den meisten Fällen merkst du es nicht mal gleich. Wenn du diesen inneren Konflikt aber wahrnimmst, führt nur ein Weg heraus.
Doch eines nach dem anderen.

Das Bild, von dem ich spreche, ist leicht erklärt. Es geht um den inneren Blickwinkel auf dich selbst und auf die Diskrepanz, HIER ZU SEIN UND DORT SEIN ZU WOLLEN.

Nochmal langsam: Stress entsteht dann, wenn ich HIER bin und DORT sein will.

Was heißt das, wie kannst du dir das besser vorstellen?

Ein paar Beispiele:

Du bist Raucher und hast schon mehrere Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, hinter dir. Im Kopf und im Herzen bist du schon Nichtraucher, doch deine alten Gewohnheiten fallen dir jeden Tag aufs Neue in den Rücken. Jede gerauchte Zigarette ist für dich ein Beweis deiner Inkonsequenz, deiner Schwachheit und Anlass für dich, Schuldgefühle auf dich zu laden. Eine Lösung scheint nicht in Sicht, du scheiterst immer wieder an dir selbst.
Du bist hier aber willst dort sein.

Du hast dich im Job eingearbeitet und etabliert, die nächste Stufe auf der Karriereleiter wartet schon. Das höhere Gehalt tut dir gut, denn die Schulden vom Hausumbau wollen auch noch abbezahlt werden. Die letzten Jahre ist alles so schnell gegangen, Ausbildung, Job, Weiterbildung, alles hat sich scheinbar von selbst ergeben und du hast keine Zeit gefunden, deine Ziele, deine Werte neu auszurichten. Doch genau das wäre gut gewesen, denn immer mehr wird dir klar, dass du viel lieber einen völlig anderen Beruf ausüben möchtest. Aber das geht so einfach nicht, denn das würde eine neue Ausbildung bedeuten, einige Jahre weniger Gehalt und genau dafür hast du keine Lösung. Darüber, was dein Umfeld über deinen sonderlichen Berufswunsch sagen wird, möchtest du gar nicht nachdenken. Du bist zerrissen zwischen diesen Polen und findest zu keiner Entscheidung.
Du bist hier, aber möchtest dort sein.


Du hast dich in den letzten Jahren viel reflektiert, dein Leben als ständige Weiterentwicklung erlebt und in der Begegnung mit dir selbst, deine Werte und Blickwinkel erweitert. Du lebst Toleranz, Wertschätzung und Liebe und begegnest dir und auch deinem Umfeld in dieser Einstellung. Doch damit bist du alleine. Im Büro wird immer noch bewertet, beurteilt und in Wir-Gegen-Die-Anderen-Kategorien gedacht. Über Mitarbeiter, die nicht im selben Raum sind, wird grundsätzlich hergezogen und die Lagerbildung ist unübersehbar. Das Gesprächsklima widerstrebt dir, du fühlst dich nicht mehr wohl, doch hast keine Idee, was du sonst machen könntest, wie du auf andere Art und Weise deine Existenz absichern könntest. Du findest einfach keine Lösung für dieses Problem und beißt dich jeden Tag durch, schluckst die vielen bissigen Bemerkungen runter, weil du ja auch nicht zimperlich dastehen willst. Es fällt dir schwer, morgens aufzustehen und ins Büro zu fahren, denn letzte Nacht hast du nur Probleme gewälzt und kaum geschlafen.
Du bist hier, aber möchtest dort sein.


Weißt du, worauf ich hinauswill? 

 

Egal, um welches Thema es geht, es gilt, diese Spannung aufzuspüren, diese gegensätzlichen Standpunkte, Blickwinkel und Glaubensmuster.


Was kannst du tun?


Den Widerspruch in der Realität aufzulösen, ist nicht so einfach und bedeutet meist, dass schwierige Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese brauchen oft lange, bis sie umgesetzt werden können und wirken. Noch dazu triffst du diese Entscheidungen dann aus einer negativen Emotion heraus und das ist auch nicht optimal. Ganz im Gegenteil.


Den Widerspruch auf der emotionalen Ebene aufzulösen, bedeutet, mit der Situation, wie sie ist, in Frieden zu sein, frei zu sein von destruktiven Gefühlen. Aber Achtung: Dieser Frieden löst dein ursprüngliches Problem nicht, sondern er verschafft dir lediglich die mentale und emotionale Handlungsfreiheit, neue Wege anzudenken, die du vorher vielleicht nicht gesehen hast. Dieser Frieden erzeugt in dir den notwendigen Raum, in dem du deine Werte, Muster und Glaubenssätze überdenken und korrigieren kannst. Und er fordert Entscheidungen und Veränderungen.

 

Um gute Entscheidungen zu treffen, brauchst du einen klaren Kopf und ein gesundes Bauchgefühl. Jeder mit dem Thema verbundene emotionale Knoten verhindert das.


Meine Aufgabe an dich für dieses Wochenende: Erforsche dich selbst! Gibt es ein Thema, das dich stresst und bei dem keine Lösung in Sicht ist? Wo du dich hier siehst und woanders sein möchtest?


Wenn du noch Fragen hast, schick mir eine Email!


Ich wünsche dir ein paar wundervolle Tage, wir lesen uns Anfang nächster Woche wieder!


Alles Liebe,


Wolfgang

War dieser Artikel hilfreich für dich? Wenn du Lust auf mehr bekommen hast, melde dich zum Newsletter an!

Zum Newsletter anmelden