Liebst du Rätsel? Ich schon. Denksportaufgaben sind wie Leckerlis für meinen Hund namens Verstand, er kann sich so richtig schön darin verbeißen. Als rationaler Mensch mit technischer Ausbildung wurde ich dazu erzogen, alles erklären und berechnen zu können.

Das ist nicht grundsätzlich schlecht, denn in vielen Bereichen des Lebens macht das Sinn und ein Leben in unserer Welt erst möglich. Schließlich ist dieses Erklärungsbedürfnis auch die Triebfeder für praktisch alle (zumindest die technischen) Entwicklungsschritte der Menschheit.

Aber es gibt Momente, wo das komplett nach hinten losgeht.

Immer, wenn mir das Leben wieder mal einen Kinnhaken verpasst hat und ich emotional so richtig hart auf dem Boden aufschlug, kam mein Verstand daher und stellte eine Frage, die dann tagelang in mir kreiste und mir den Schlaf raubte:

Es ist die Frage nach dem Warum.

Warum passiert mir das? Warum jetzt? Warum ich?

Das Problem ist, dass es dafür keine Erklärung gibt, die wir verstandesgemäß erfassen könnten. Und dann läuft der Hund in deinem Kopf im Kreis. So lange, bis er entweder erschöpft zusammenbricht oder du ihm eine Erklärung gibst, mit der er leben kann.

Einen Knochen, ein Leckerli, sozusagen.

Um da rauszukommen, brauchst du eine Ebene jenseits der Logik und des Wissens, auf die du diese Frage abschieben kannst. In dem Moment, in dem du deinen Verstand von dem Zwang befreist, eine Antwort finden zu MÜSSEN, kehrt Frieden ein.

Menschen, die aus tiefsten Herzen an etwas glauben, machen das ganz automatisch.

Du hast sicher schon oft den Satz gehört:

Keine Ahnung, warum mir das passiert, aber für irgendetwas wird es schon gut sein.

Gefühlter Nachsatz: Denn das Leben meint es gut mit mir.

Dinge annehmen zu können, wie sie sind, womöglich noch in dem Vertrauen, dass alles einem guten und höheren Sinn folgt, ist eine Gnade. Aber eine, die du dir selbst erarbeiten kannst.

Du brauchst also ein Konzept, das deinem Verstand eine Erklärung liefert, sodass er einen Haken unter die Frage machen kann. Ohne dieses Konzept wird der Hund in deinem Kopf nervös, beginnt zu bellen und Stress zu machen. Und irgendwann kommst du zu Erkenntnissen, wie:

Das Leben hasst mich.

Ich bin voller Fehler und unzureichend.

Der XY ist ein Vollidiot, ich hasse ihn für das, was er mir angetan hat.

Es KANN keinen Gott geben, und wenn, ist er ein Arschloch oder er liebt mich nicht.

usw. usf.

 

Wenn diese Sätze zu Glaubenssätzen werden, wirst du immer und immer wieder diese Erfahrungen machen. Dafür sorgt schon das Resonanzgesetz. Auf Dauer macht dich das krank.

Spiritualität ist ein mögliches Konzept, das prima in diesem Zusammenhang funktioniert. Bitte verwechsle Spiritualität nicht mit Religion. Das sind zwei Paar Schuhe.

Spirituell zu sein, heißt, an eine höhere (oder tiefe) Verbindung mit dem Leben zu glauben und im besten Fall auch zu fühlen. Religion ist die Struktur, die du diesem Glauben überstülpst.

Es ist ganz egal, wie dein spirituelles Weltbild beschaffen ist, solange es dir dient und in den dunklen Phasen deines Lebens Erleichterung verschafft.

 

Vor einigen Jahren, ich war gerade wieder in einer dieser Phasen wo ich alles hinterfragen und erklären wollte, traf ich eine liebe Schulkollegin nach langer Zeit wieder, die mir damals schon als Mensch mit einem unglaublich sonnigen Gemüt aufgefallen war. Trotz der  Rückschläge, die sie erfahren musste, trug sie immer ein Lächeln im Gesicht und im Herzen. Ich fragte sie nach ihrem Geheimnis für diese Lebenseinstellung und ihre Antwort war eine Offenbarung. Sie meinte nur:

Wie es ist, so passt es.

 

Lass diesen Satz einfach mal wirken. Sechs Wörter, die, einmal im Herzen erfasst, viele Bücher ersetzen.

Eine so simple Erkenntnis, so tief und grundlegend gleichermaßen, dass ich Pipi in den Augen habe.

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Reinfühlen in diese Weisheit und ein wundervolles Wochenende!

Alles Liebe,

Wolfgang

 

Bildquelle: Flickr (Urheber Apacheuk)

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