Martin Hahn

Hallo Martin! Danke für das Interview und deine Zeit gleichmal vorab.

Ich habe dich als einen ganz besonderen Menschen kennengelernt, hilfsbereit, ruhig, entspannt und doch mit einem Hintern auf vielen Kirtagen.

Für meine Leser eine kurze Beschreibung: Du baust in Afrika eine freie Schule auf und bist aus diesem Grund auch viele Monate im Jahr dort unten, in Österreich hast du dein Haus Flüchtlingen zur Verfügung gestellt, daneben betreibst du einen Verlag, in dem jedes Jahr 1 bis 2 Bücher erscheinen. Fehlt in dieser Aufzählung etwas?

Martin: Hallo Wolfgang! Sehr gerne. Soweit alles korrekt. Möchte nur hinzufügen, dass gerade eine Online Akademie im Aufbau ist mit Videokursen über Dinge, welche die Kinder nicht (bzw nur vereinzelt) in der Schule lernen, wie zum Beispiel Selbstvertrauen, Teamwork, Meditation, über Finanzen und vieles mehr. Die Akademie wird im Frühjahr 2018 online gehen.

 

Frage: Das Thema Integration und Bildung ist dir ein großes Anliegen. Woher kommt diese Wichtigkeit? Hast du Erfahrungen gemacht, die dich dorthin geführt haben?

Martin: Durch die vielen Reisen in andere Länder und Kontinente entstand sicherlich eine gewisse Offenheit gegenüber anderen Kulturen, da ich immer versuche nicht voreingenommen zu sein. Im Laufe der Jahre kam auch das Bewusstsein, dass wir zwar viele verschiedene Religionen, Traditionen und Realitäten haben, im Grunde sind wir aber alle Menschen. Wenn wir uns als von Mensch zu Mensch begegnen sind die anderen Sachen mal nebensächlich. Und so war es auch fast auch selbstverständlich, dass wie die große Flüchtlingswelle war, dass ich diesen Menschen helfe. Durch die Offenheit entstanden mittlerweile sehr gute Freundschaften zu Geflüchteten und auch konnte ich sehr viel dazulernen über deren Kultur, Sprache etc.

Da sind wir auch schon bei der Bildung. Für mich braucht es mal Offenheit und auch Neugier, wenn du/ich mir Wissen aneignen will. Bildung war für mich aber nicht immer so wichtig, wie es jetzt ist. Mir wurde erst vor wenigen Jahr klar, wie immens wichtig es ist, sich ständig weiterzubilden und dazuzulernen, vor allem wenn du erfolgreich sein willst im Leben in allen Lebensbereichen. Diese Erkenntnisse gewann ich durch die etlichen Seminare, die ich weltweit besuchte und auch durch die hunderten Bücher die ich laß. Darum ist mir es auch ein großen Anliegen, dies hauptsächlich den Kindern zu vermitteln.

 

Frage: In unseren privaten Gesprächen hast du erzählt, dass du deine Krise schon als Jugendlicher durchleben musstest. Eine solch tiefe Krise, dass sogar ein Suizidversuch der einzige Ausweg schien. Möchtest du darüber erzählen?

Martin: Ja, gerne.

Ich hatte eine sehr behütete und gute Kindheit. Meiner Schwester und mir ging es sehr gut und es fehlte uns an nichts. Als ich dann auf die HTL gegangen bin und es auf einmal nicht mehr so einfach war, gute Noten nach Hause zu bringen, legte ich mir selbst immer mehr Druck auf, es anderen Recht machen zu wollen, allem voran meinen Eltern und hier nochmal vorwiegend meinem Vater. Im ersten Jahr, schrammte ich kurz vorbei, das Jahr zu wiederholen. Im zweiten ging es sich aber nicht mehr aus und ich blieb sitzen in der Zweiten. Als ich das erfuhr, brach für mich eine Welt zusammen. Wie konnte ich das bloß meinem Vater sagen, dass ich ein Versager bin. Ich entschloß mich es im nicht zu sagen und mein Leben zu beenden, dies schien mir als einziger Ausweg dem Druck und all dem Ganzen zu entkommen.

Gott sei Dank, schrieb ich noch Abschieds-SMS und so machten sich Freunde auf die Suche nach mir und mit Hilfe der Polizei fanden sie mich auch noch kurz davor, bevor schlimmeres passierte.

 

Frage: Gab es einen konkreten Wendepunkt in dieser Krise, eine Erfahrung oder Erkenntnis, die den Blick wieder nach vorne richtete?

Martin: Der konkrete Wendepunkt war dann im Krankenhaus, wo ich auf der geschlossenen Anstalt über das gesamte Wochenende bleiben musste, da ich Freitag Abends eingeliefert wurde und erst am Montag wieder ein Arzt anwesend war, der mich entlassen konnte. Dieses Wochenende hatte es in sich. Ich teilte mein Zimmer mit drei anderen Menschen. Einer war ganz ruhig, der lag nur auf seinem Bett. Einer war ziemlich auffällig und stand eines Nachts direkt vor meinem Gesicht und drohte mir, mich umzubringen. Zum Glück kamen das Pflegepersonal sehr rasch, packte ihn, gurtete ihn auf das Bett und spritzte ihn quasi ruhig (und das war einige mal der Fall in den zwei Tagen). Und dann gab es noch einen Mann, der mit meinen Willen weiterzuleben zurückgab. Mit ihm unterhielt ich mich ziemlich das ganze Wochenende. Während eines Gespräches sagte er zu mir „Warum bist du so deppert und willst dich umbringen, du hast doch noch dein ganzes Leben vor dir. Und wie kannst du das deinen Lieben antun. Es gibt sicher jemanden, der dich unbedingt braucht. Wer kann das sein?“ Als er das aussprach, musste ich sofort an meine zwei kleinen Cousinen und meinem kleinen Cousin denken und hatte Tränen in den Augen. Insgeheim waren es dann also diese Drei, für die ich mich entschieden habe zu Leben.

 

Frage: Was hast du dir aus dieser Zeit mitgenommen? Gibt es etwas, was du heute noch beachtest oder lebst, das du damals gelernt hast?

Martin: Einer meiner Leitsätze ist geworden: Es gibt Menschen, die mich brauchen auf dieser Welt. Ich bin aus einem bestimmten Grund hier mit einer bestimmten Mission.

Auch lernte ich in den letzten Jahren es nicht allen Recht machen zu wollen, auch nicht mir selbst. Weiters auch nicht darüber nachzudenken, was andere über mich denken, dass mir das einfach egal ist. Es sind ihre Gedanken und nicht meine.

 

Frage: Aus unseren Gesprächen weiß ich, dass du meditierst und die Kraft der Visualisierung für dein Leben nutzt. In welcher Art meditierst du? Gehst du in die Stille oder einfach spazieren? Was sind die Dinge, die du visualisierst? Deine Projekte und Ziele oder einfach nur ein bestimmtes Gefühl?

Martin: Die Meditationsart, für die ich mich vor gut zwei Jahren entschiede habe, ist die Transzendentale Meditation. Hier wird nach einem Mantra meditiert, dass man von einem Ausbilder bekommt.

Aber auch kochen oder still am Strand zu sitzen und dem Meer zu lauschen ist für mich wie eine Meditation.

Visualisierung nutze ich hauptsächliche für meine Ziele. Oft verbinde ich in der Visualisierung die Bilder mit Gefühlen, manchmal kommen sie auch ganz von selbst.

 

Frage: Meine Leser sind daran interessiert, wie andere Menschen ihr Leben bewusst leben. Was möchtest du zu diesem Thema noch erzählen?

Martin: Ein Punkt für ein bewusstes Leben, ist für mich, Dankbarkeit. Ich bin überaus dankbar für mein schönes und geniales Leben. Ich bin auch dankbar für die vielen kleinen Dinge, wie dass wir zum Beispiel in unserem Haus in Kamerun fließendes Wasser haben (zwar mit der einen oder anderen kürzeren oder längeren Unterbrechung, aber meistens ist welches da), dass mein Körper gesund ist und perfekt funktioniert und noch vieles mehr.

Ich schreibe diese Dinge, für die ich dankbar bin fast täglich in mein Paula Panda – Dankbarkeits-Tagebuch, wo neben der Dankbarkeit auch noch andere Dinge angesprochen werden, wie zum Beispiel was mir Freude bereitet oder was ich an mir selbst liebe.

 

Frage: Was sind deine aktuellen Projekte, die dich beschäftigen? Welche Ziele hast du als Mensch für die nächste Zeit?

Martin: Unsere aktuelle größtes Projekt ist sicherlich die Errichtung der freien Schule in Kamerun, Afrika, die eigentlich keine Schule ist, sondern vielmehr ein Treffpunkt und Lernort, wo die Kinder frei spielen und so zugleich lernen können und sich selbst und ihre Potentiale entdecken können. Wir fokussieren uns auch mehr darauf, auf das innere Wachstum und Bildung, damit die Kinder zu herausragenden Persönlichkeiten heranwachsen mit starken Wurzeln, die bestenfalls ihre Mission entdeckt haben und durch unsere Unterstützung diese auch leben können.

Da haben wir durch Spendengelder mittlerweile soviel Geld zusammengebracht, dass wir ein Stück Land kaufen und auch gleich die ersten Gebäude errichten können.

 

Welche Links darf ich für dich weiterempfehlen?

Über den Verlag, die Bücher (wie das Paula Panda – Dankbarkeits-Tagebuch) und auch die Akademie findest du alles unter www.Happy-Kids.com

Mehr zum Happy Kids Treffpunkt (Hangout) und wie du uns unterstützen kannst findest du direkt hier www.HappyKidsHangout.com.

 

Schau rein in Martins Projekte und lass dich inspirieren!

 

Bis bald, alles Liebe,

Wolfgang

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