Also dieses Jahr, noch nicht mal halb so alt wie das vergangene, hat es schon in sich. Gut, die letzten Jahre waren auch nicht ohne. Herausfordernd Ende nie und manchmal alles über den Haufen werfend.

Gar nicht so leicht, in dieser stürmischen See die Fahrtrichtung beizubehalten.

Früher hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich in meiner Nussschale sitzend auf dem offenen Meer des Lebens treibe und Strömung und Wind mich in eine völlig andere Richtung dirigieren, als ich geplant hatte.

Kennst du das?

Dann blies der Wind von vorne ins Gesicht, die Wellen schlugen gegen den Bug meines Bootes und irgendwann, wenn die Kraft ausging oder ich endlich aufhörte, dagegen anzukämpfen, ließ ich mich einfach treiben.

Weil es keinen Sinn hat. Da ist es besser, ich halte mein Gesicht in die Sonne, schlafe eine Runde oder stopfe die kleinen Löcher meiner Nussschale. Mache einfach was Anderes, als anzukämpfen.

Ich weiß gar nicht mehr, wie oft es schon vorgekommen ist, dass ich dann an einer kleinen Insel gestrandet bin, gerade so groß, dass Kokosnüsse mich mit ihrem köstlichen Saft laben und ich mir die Beine vertreten konnte.

Meistens lag dann auf dieser Insel eine neue Karte im Sand, die viel genauer war als die, die ich bis dahin hatte. So konnte ich meinen Kurs korrigieren und mein Ziel anpassen. Denn ich habe gelernt, dass sich Karten und Ziele ändern. Wir halten nur manchmal zu lange an den alten fest und wundern uns dann, wenn wir sie nicht erreichen.

Irgendwann habe ich gelernt, solche Wetterumschwünge anzunehmen. Nicht, dass ein bisschen Gegenwind mich beeindrucken könnte, aber zwischen einem Lüfterl von vorne und Windstärke 10 in den Nasenlöchern ist ein Unterschied. Dann weiter zu rudern, ist, als würde man gegen den Wind pissen. Geht schon, allerdings mit fragwürdigem Ergebnis.

Aber viel wichtiger, als solche Ereignisse einfach nur anzunehmen im Sinne von hinzunehmen, war, sie zu nutzen. Doch was machst du, wenn die Wellen zu hoch sind, um über das Wasser zu rudern? Richtig! Surfen!

Dazu hab ich mir auch extra ein Surfbrett gekauft. Ein ganz spezielles. Nicht unbedingt wasserfest, aber unglaublich bequem.

Die letzten Wochen war wieder mal so eine Surfzeit.

Neben der Beschäftigung mit der DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) und dem Wechsel auf einen anderen Newsletter-Dienstleister (inklusive aller damit verbundenen technischen Herausforderungen), meinem baldigen erneuten Papa-Dasein (inklusive aller damit verbundenen baulichen und einrichtungstechnischen Adaptierungsbedürfnissen und deren Erledigung), der Nutzbarmachung unseres großen Grundstückes nach der drastischen Reduzierung unseres Baumbestandes (aufgrund des leider grassierenden Eschen-Pilz-Befalls), der Kurskorrektur in meiner beruflichen Ausrichtung nach der größeren Wetterveränderung und der wichtigen Zeit der Aufmerksamkeit für meine Liebsten blieb einfach keine Zeit mehr für Blogbeiträge. Geschweige denn, Energie.

Und so litt ich an dem bitteren Schicksal der Schriftsteller, vor einem weißen Blatt Papier zu sitzen und keinerlei Idee zu haben, worüber ich dir erzählen könnte. Weißt du, was ich dann getan habe?

Ich war surfen.

Und es war gut.

Ich habe keinen Plan, wie regelmäßig ich in der nächsten Zeit dazu komme, Beiträge zu schreiben. Aber sobald wieder Luft bleibt, liest du natürlich wieder von mir.

Ach ja, das Surfbrett gibt es wirklich. Sieht allerdings anders aus, als jene, die du kennst. Und wasserfest ist es auch nicht ganz. Aber es erfüllt seinen Zweck. Nämlich jene Zeiten effizient zu nutzen, in der mir der Gegenwind die Frisur zerzaust und die Wellen sich meterhoch vor mir türmen.

Ich hab mal ein Foto davon gemacht. Schön, nicht?

Also dann, hab Spaß beim surfen!

 

Alles Liebe,

 

Wolfgang

Hängematte

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